Ferrari California

Ferrari California

Zum ersten Mal präsentiert Ferrari ein neues Modell, das ausschliesslich als Cabrio mit klappbarem Hardtop angeboten wird. Der Gran Turismo mit dem gänzlich unitalienischen Namen California wird auf dem Autosalon in Paris Ende September erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der hochkarätige Antriebsstrang, bestehend aus dem vorn im Motorraum tief eingebetteten, 4.3 Liter grossen und mit 460 PS antretenden 90-Grad-V8 und dem getrennt von ihm gemäss dem Transaxle-Prinzip an der Hinterachse untergebrachten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, hält für sich betrachtet allerdings alle Optionen offen.

In Einwirkung der im Umfeld dieser Maschine wirksamen Anziehungskraft werden ungeachtet seiner nominellen Eckwerte selbst Bedenkenträger spontan dazu angehalten, ehrfurchtsvoll in die Knie zu gehen. Und die Anmut, die sich in der optischen Aufbereitung der hochkarätigen Ferrari-Technik zeigt, muss für die meisten Mitbewerber noch immer als die wahre Herausforderung gelten. Über die faszinierende, weil unverwechselbare Klangwolke eines Ferrari - selbstredend auch die des Ferrari California - viele Worte zu verlieren, hiesse, die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen. Vom fein orchestrierten, erst mit gutturalem Unterton und später mit scharfem Timbre hinterlegten Sound nicht fasziniert zu sein, ist in etwa so abwegig, wie beim Auftritt des Ferrari California im Test bewusst den Blick abwenden zu wollen.

Entsprechend seines Leistungsgewichts von 3.9 Kilogramm pro PS sind die Durchzugs- und Beschleunigungswerte des Ferrari California im Test in einem Mass entwickelt, das auch anspruchsvolle Erwartungen erfüllt. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt das als 2+2-Sitzer konzipierte Ferrari-Einstiegsmodell im Supertest standesgemäss in 4.2 Sekunden - um nur gut zehn Sekunden später, nach exakt 14.7 Sekunden, locker- flockig die 200-km/h-Marke zu passieren. Der Ferrari California tut das am liebsten in der parallel zum manuellen Modus angebotenen Automatikfunktion - und zwar ohne großes Federlesen in einer geradezu nach Wiederholung schreienden, geschliffenen Perfektion. Die Umgänglichkeit seines Charakters, hervorgerufen durch technische Verbindlichkeit, hat eine verblüffende Konsequenz: Die Unnahbarkeit, die manchem früheren Ferrari wegen seiner besonderen, teilweise auch gewöhnungsbedürftigen Charakterzüge zu Eigen war, geht dem Ferrari California gänzlich ab. Er ist für alles offen - auch und besonders im geschlossenen Zustand.